Architektur – verändern und erhalten

Gutes erkennen und bewahren, mit Neuem ergänzen, herausfinden, was es wirklich braucht

Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.” Über diesen Satz denken wir viel nach. Wir wollen modern sein, dem Zeitgeist aber nicht hinterher rennen. Die Bautradition, die sich in den letzten 40 Jahren in Vorarlberg entwickelt hat, nehmen wir gerne an und versuchen sie für uns weiterzuentwickeln. Lokale Handwerker sind für uns Partner, ohne die nichts gehen würde.

Eine Baustelle ist immer eine Herausforderung für alle Beteiligten, und in einem Wintersportort wie Lech kommt erschwerend hinzu, dass sämtliche baulichen Maßnahmen erst mit Saisonsende beginnen können.

Schon wenige Monate später, nämlich Anfang Dezember, muss alles bezugsfertig sein. Schließlich wünschen sich alle einen reibungslosen Start in die neue Saison. Also heißt es akribisch vorbereiten und vorausschauend arbeiten. Wenn alle an einem Strang ziehen, können Probleme schnell gelöst werden, die auf jeder Baustelle ständig entstehen. Verzögerungen sind nicht drin.

Durch die Renovierungen und Neubauten fügen sich unterschiedliche Stile an- und ineinander, und genau das macht den Charme aus, den so viele Gäste zum Teil schon seit Jahrzehnten am Alpenfluh schätzen. Hier ist ein kleiner Einblick in die zwei letzten großen (Um-)bauten:

Renovierung 2018: Stammhaus, erster Stock

Unser Stammhaus ist mit rund 600 Jahren schon eine alte Dame. Da und dort kann man ihr richtiges Alter noch erkennen, aber an vielen Stellen wurde sie im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut und modernisiert. Mit dem aktuellen Umbau haben wir versucht dem Geist, den Materialien und der Formensprache des alten Walser Bauernhauses in den Vorarlberger Bergen gerecht zu werden.

Ehrliche Materialien wie Massivholz, Loden, Schwarzstahl und Feinsteinzeug wurden von unseren Handwerkern veredelt und eingebaut. Diese Gewerke und Firmen unterstützen uns teilweise schon seit Jahrzenten bei der Umsetzung unserer Ideen. Sie kommen aus den umliegenden Talschaften Lechtal, Klostertal, Rheintal, Stanzertal und Bregenzerwald. Jeder von ihnen spricht seinen eigenen Dialekt, aber handwerklich gesehen verbindet sie eine gemeinsame Sprache.

Neubau 2014: Haus Arbogast

Nachdem wir selbst 30 Jahre lang mitten im saisonalen Geschehen gelebt hatten, war es Zeit einen Rückzugsort und mehr Platz für die eigenen Bedürfnisse zu haben. Innerhalb von nur acht Monaten entstand unser Haus Arbogast für drei Generationen. Zusätzlich finden noch zwei Appartements für Selbstversorger Platz.

In der Planungsphase fragten wir unsere Eltern was sie sich für ihre neue Wohnung wünschten. Die Mutter meinte nur: „Soviel Holztäfelung wie möglich.” Dem Vater war klar: „Ein Kachelofen muss sein.” Diese Wünsche haben wir den beiden gerne erfüllt.

Die bestehende Garage wurde erweitert und dient als unterirdisches Verbindungsstück, die mit einer durchlässigen stehenden Holzfassade alt und neu verbindet. Das Sichtbetonstiegenhaus bildet die vertikale Verbindung und beherbergt auch unser Familienbild. Im ersten Stock befindet sich das sogenannte Steinhaus als Sockelebene mit grauer Putzfassade und weißen Wänden und Möbeln. Darüber das Holzhaus mit liegender Fichtenholzschalung außen und Weißtannentäfel innen.